Mit dem Motorrad durch Deutschland

Mit dem Motorrad durch Deutschland nach Spanien

Mit dem Motorrad unterweg – eine vergnüglich-spannende Route

Individualurlaub ist trendig und bei eingefleischten Bikern schon beinahe obligatorisch. Das beginnt bereits mit der kurzen Auszeit zum Wochenende, wenn tausende Motorradfahrer die Serpentinen um den Nürburgring, die Waldrouten am Halterner Stausee oder die bezaubernde Hügellandschaft hoch im Norden, zwischen Kappeln an der Schlei und Husum erkunden.

Motorradtreffen locken mit exquisiter Unterhaltung

Ganz harte Motorradenthusiasten lassen sich selbst von verschneiten Winterlandschaften nicht abschrecken. Insbesondere die Gespannfahrer sind berühmt und auch etwas berüchtigt für ihre in der Tat herausfordernden Touren. Die härteste davon beginnt gleich im Januar, wenn die zweirädrigen Kollegen gerade den Winterstaub aus ihrem Vergaser blasen. Kristall-Rallye heißt das Treffen, bei dem sich hartgesottene Biker mit Fähren bis in den skandinavischen Norden schippern lassen, um am Polarkreis in Finnland mit dem Motorrad mit Seitenwagen in Eis und Schnee zu toben – begleitet von fetziger Rockmusik.

Motorradtreffen und Cruisen als Wochenendentspannung

Wer von eisigen Temperaturen dann noch immer nicht genug hat, fährt anschließend in den tiefen Süden, sprich in den Bayerischen Wald, wo beim Elefantentreffen auch die ersten zweirädrigen Bikes zu sehen sind.

Die präsentieren sich im Mai rudelweise östlich von Frankfurt in Großkrotzenburg. Während dem traditionsreichen internationalen Motorradtreffen werden die kurvenreichen Strecken entlang der Mainufer ausgetestet und das Rahmenprogramm ist bekannt exquisit.

Spannend ist im März östlich von Heidelberg die Schwarzpulver-Rallye in Hammelbach, während der Benzin gequasselt wird. Livemusik ist obligatorisch und die Rennen sind eine echte Gaudi. Wer es nostalgisch, geradezu historisch liebt, der tourt im August Richtung Ostfriesland. 1000 Wikinger & Meer heißt das Event direkt an der Nordseeküste, bei dem Met und Bier in Bächen strömen. Obendrein können die Kraft- sowie Mutproben der Wikinger von jedermann ausprobiert werden. Schwimmen oder Windsurfen auf der Nordsee sind ein kleiner Teil des Begleitprogramms, genau wie Ausfahrten und Grillvergnügen.

Mit dem Bike auf große Fahrt – Motorradurlaub im Ausland

Der Weg ist das Ziel – so lautet der Wahlspruch fast aller Motorradfahrer. Schon deshalb kommt bei der Anreise zum Ferienort nur bei besonders ungeduldigen Zeitgenossen die Fahrt auf der Autobahn überhaupt in Betracht. Die meisten Biker bevorzugen Landstraßen, was auch eine Kostenfrage ist, denn Mautgebühren lauern fast überall. Obendrein reisen Motorradfahrer nur selten während der Hauptsaison, denn Scharen von Touristen zerstören schlicht den erholsamen Individualurlaub. Einen schier unvergesslichen Langstreckenausritt beschert Bikern die spanische Costa Brava, vielleicht mit dem Ziel Empuriabrava Ferienhaus. Die „Wilde Küste“ ist deutlich weniger frequentiert, als die mondäne und recht teure Costa del Sol oder das Eldorado für Pauschalreisende, die Costa del Azahar.

Eine unvergessliche Tour in einen einzigartig schönen Biker-Urlaub

Wer beispielsweise aus dem Großraum Berlin kommt, der sollte soweit irgend möglich den Urlaubsbeginn in die Vorsaison legen, also in den Juni. Die Landstraßen durch die Elbtalauen führen geradewegs nach Hamburg, also Richtung Norden. Das hat seinen Grund, denn dort ist mit dem MOGO ein Motorrad-Event am Start, an dem jeder Biker mindestens einmal teilnehmen sollte. Seit fast vier Jahrzehnten ist der Motorradgottesdienst am Hamburger Michel eine Tradition und mit 30.000 bis 40.000 Bikern der größte seiner Art. Die Messe zum Gedenken an verunglückte Kameraden berührt auch die Härtesten und die Ausfahrt durch Hamburg – mit 20.000 und mehr Motorrädern im Konvoi – das ist ein Meilenstein in jedem Motorradfahrerleben.

Von Benelux nach Frankreich

Von der Elbmetropole geht es durch die niedersächsische Nordheide schnurstracks Richtung Westen. Günstige Übernachtungsgelegenheiten finden sich in den Niederlanden rund um Eindhoven, was sich wegen der kulinarischen Verlockungen mit Matjes, holländischem Kaffee und butterzartem Gouda schon lohnt. Wer etwas mehr Strecke machen will, nimmt noch Belgien mit, um nahe Charleroi zu übernachten. Unbedingt sehenswert sind das Musée de la Photographie in Mont-sur-Marchienne, dessen Exponate ganz sicher begeistern. Und das Glasmuseum, mit Kelchen und Schüsseln aus der Antike bis in die Gegenwart. Überdies hat das historische Zentrum der fast 1.200 Jahre alten Stadt einiges zu bieten, darunter eine illustre Amüsiermeile. Allein die belgischen Pommes sowie die Schokolade sind den Zwischenstopp wert.

Vive la France

Mit vollem Tank gehts über die Grenze nach Frankreich, denn im Land der Haute Cuisine sind die Benzinpreise eine Frechheit. Es empfiehlt sich gleich die Südroute über Lyon und Montpellier zu wählen, um möglichst schnell die famosen Küstenstraßen am Mittelmeer zu erreichen. Diese sind westlich von Marseille und der Cote Azur auch deutlich ruhiger, sodass die ungetrübt vergnügliche Fahrt wie im Fluge vorüber geht. Allerdings ist eine weitere Übernachtung notwendig. Saint-Étienne bietet ich an.

Der beschauliche Ort liegt westlich von Lyon im Zentralmassiv, auf dessen Serpentinenstrecken der junge Motorradrennfahrer Thomas Bourgin seine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung lernte. Der Rallye-Spezialist verunglückte tödlich bei der Paris-Dakar 2013 in Argentinien, als er mit einem Polizeiwagen kollidierte, der die falsche Fahrbahnseite befuhr.

Die Costa Brava – Kurven, Tapas und Badespaß an der wilden Küste

Von Saint-Étienne sind es nochmals rund 550 Kilometer bis zur spanischen Costa Brava. Gut angekommen, beginnt die erholsame Phase des Motorradurlaubs. Obwohl gerade dieser kleine, beschauliche Ort bei Bikern zum beliebten Ziel geworden ist. Empuriabrava ist quasi der größte Jachthafen Spaniens, denn mehr als ein Dutzend parallel zur Küste verlaufende Kanäle durchziehen die Gemeinde. Das Areal reicht rund drei Kilometer in Landesinnere. Auf den so entstandenen Halbinseln wurden schmucke Häuschen und gemütliche Apartmentanlagen errichtet, die vorzugsweise von Spaniern gebucht werden. Für den Motorradurlaub ist Empuriabrava absolut ideal, denn die schönsten Panoramarouten entlang der Costa Brava und durch die Bergwelt beginnen quasi vor der Haustür der Ferienwohnung. Und die Bucht vor dem Ort bietet Sandstrände, die ein wenig an die Karibik erinnern.

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